SEO Trends 2022 – WAS IST NEU UND WAS BLEIBT WICHTIG?


Wer die SEO-Trends 2022 im Blick hat, wird auch 2022 an Sichtbarkeit gewinnen.

Wer mit der eigenen Webseite oder Unternehmenswebseite langfristig erfolgreich sein und es vor allem bleiben möchte, kommt um das Thema SEO nicht herum. SEO ist ein stetiger Prozess voller Veränderungen. Zwar wird auch im Jahr 2022 das Rad nicht neu erfunden, allerdings sollten einige Neuerungen und „Trends“ nicht außer Acht gelassen werden. Google hat das Ziel, Nutzer:innen auf ihren Suchanfragen die besten Antworten und Ergebnisse anbieten zu können. Daran wird sich in Zukunft auch nichts ändern – ganz im Gegenteil, zu optimieren wird es immer etwas geben.

Zurück zu 2022 – was wird uns dieses Jahr erwarten und wie können wir uns bestenfalls auf die von Google angekündigten Core Updates vorbereiten? Welche neuen Updates hat sich Google nun ausgedacht und was jetzt wichtig ist, erfahren Sie hier.

Fokus Page Experience – Core Web Vitals & User Experience

Der letzte Sommer war heiß, denn mit den beiden Core Updates im Juni und Juli 2021 wirbelte Google die SERPs ordentlich durcheinander. Mit den Core Updates rückt die Page Experience in den Fokus, denn Google möchte dem Anspruch nachkommen, die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern, um Nutzer:innen zukünftig nur relevante und qualitativ hochwertige Inhalte anzeigen zu können.

Die Page Experience bleibt nach wie vor ein wichtiger Rankingfaktor. Spätestens seit dem Page Experience Update schaut Google ganz genau hin, was die User Experience auf Websites betrifft. Seit Juni 2021 galt das zunächst in Bezug auf Mobile. Im Februar 2022 begann auch der Rollout für den Desktop-Bereich, der Ende März abgeschlossen wurde. Im Mittelpunkt der Page Experience stehen die Core Web Vitals

SEO-Trend 2022: Ein Laptop mit einer Core Web Vitals Analyse

Was sind die Core Web Vitals?

Core Web Vitals sind die Geschwindigkeitsmetriken, die Teil von den Googles-Page-Experience-Signalen sind, und zur Messung der User Experience verwendet werden. 

  • Largest Contentful Paint (LCP) misst die wahrgenommene Ladezeit, also die Zeit, die es dauert, bis der Hauptinhalt Ihrer Website erscheint. 
  • First input delay (FID) misst die Interaktivität 
  • Cumulative layout shift (CLS) misst die visuelle Stabilität, d. h. wie Benutzer unerwartete Verschiebungen im Layout Ihrer Website erleben. 

Das wird in diesem Jahr auch so weitergehen, denn Google kündigte für 2022 weitere Core Updates an. Laut Google gibt es keinen fest Rhythmus für die Core Updates, daher bleibt es immer eine Überraschung.

WAS SIND GOOGLE CORE UPDATES? 


Bei Google Core Updates handelt es sich um Updates, welche einen neuen Algorithmus zur Bewertung von Webseiten aufweisen. Dadurch kommt es oftmals zu großen Veränderungen bei der Sortierung der Suchergebnisse (SERPs) aufgrund von neuen oder angepassten Einstufungskriterien.

Was heißt das jetzt und wie können wir uns auf die Google Core Updates vorbereiten? 

Die Google Core Updates können für starke Abweichungen in den bisherigen Google SERPs und damit natürlich auch für viel Aufregung sorgen. Denn sobald ein solches Update bekannt gegeben wird, lässt es sich natürlich noch nicht sagen, auf was Google es nun genau abzielt. Sich gezielt auf ein Core Update vorzubereiten, ist daher nur bedingt möglich.

Allerdings lautet die Empfehlung: Prävention! Wer auf eine nachhaltige, professionelle Pflege der On- und Offpage-Maßnahmen setzt und den gesamten Marketing-Mix sowie die Optimierung der User Experience im Blick behält, kann diesen Schwankungen oder gar einem Sichtbarkeitsverlust nachhaltig entgegenwirken. 

Künstliche Intelligenz – nach Bert kommt MUM

Mit dem Algorithmus-Update Bert (Bidirectional Encoder Representations from Transformers) schaffte es Google, die menschliche Sprache bzw. die Suchanfragen der Nutzer:innen besser zu verstehen und den Kontext um ein Wort interpretieren zu können.

Im vergangenen Sommer 2021 kündigte Google an, die künstliche Intelligenz noch stärker in den Algorithmus einfließen zu lassen. Das Ergebnis heißt MUM (Multitask United Model). Dabei handelt es sich um einen Algorithmus, der Webseiteninhalte immer besser holistisch versteht und lernt, diese einzuordnen. Damit können jetzt auch Video- und Audioinhalte, PDFs, Grafiken und Bilder besser auf ihre Bedeutung hin analysiert werden. Mit MUM liegt die Konzentration also nicht mehr allein beim Text, sondern auf dem Content als Ganzes.

Was bedeutet das nun für die eigene Webseite? Die Inhalte sollten 

  • strukturiert, 
  • informativ und 
  • einen Content Mix an visuellen oder gar auditiven Elementen anbieten.

Allerdings auch hier wieder der Hinweis: Die Auswahl sollte mit Bedacht auf Sinnhaftigkeit und der Relevanz der Thematik getroffen werden. Denn es geht nicht mehr darum, visuellen und auditiven Content auffindbar zu machen, sondern mit MUM komplexere Suchanfragen zu verstehen und dementsprechend passende Ergebnisse ausgeben zu können. 

Video als Top Content-Format

SEO-Trend 2022: Ein User öffnet ein YouTube-Video

Kaum ein Medium schafft es so gut Emotionen zu übertragen wie dieses Format: das Video. Einen Podcast anzuhören oder einen Blogartikel zu lesen ist eine Sache, aber es ist das Zusammenspiel von Bild und Ton, welches uns am meisten berührt, anspricht und auch Vertrauen schaffen kann.

Zwar ist das Video als Format im Contentmix nichts Neues, allerdings gewann es während der Coronazeit nochmal ein ganz anderes Maß an Bedeutung. Ein gutes Beispiel hierfür ist die App TikTok, die im Frühjahr 2020 ihren Durchbruch mit mehr als zwei Milliarden Downloads feierte und nach Unternehmensangaben mehrere Hundert Millionen Nutzer:innen begrüßen durfte.1

Ein weiteres Paradebeispiel stellt YouTube, die Tochterfirma von Google, dar. Allein YouTube hat monatlich weltweit 2,29 Milliarden Nutzer:innen (Stand: Jan. 2021) und verfügt in Deutschland über eine Tagesreichweite von 35 %. Aus diesem Grund ist es keine große Überraschung, dass 55 % der Unternehmen auf der ganzen Welt YouTube bereits in irgendeiner Form nutzen.2 

Daher ist es empfehlenswert, sich generell über die Platzierung von Videos sowohl auf der eigenen Website als auch auf Plattformen wie beispielsweise YouTube Gedanken zu machen, da dies den Aufbau der Sichtbarkeit des eigenen Produkts oder der eigenen Dienstleistung positiv beeinflussen kann. 

Schon gewusst?


YouTube belegt als Video-Plattform den ersten Platz im Bewegtbildsegment (Stand Juli 2021).3 Außerdem ist es die zweitgrößte Suchmaschine gemäß der Anzahl von Suchabfragen und verarbeitet mehr als 3 Milliarden Suchanfragen pro Monat. Minütlich werden ca. 100 Videos hochgeladen.4

Was ist bei der Integration von Videos zu beachten?

Neben Bildern und Text, zahlen auch Videos auf das Konto der Page Experience ein, da Nutzer:innen neben den Texten auch die Möglichkeit haben sich bewegte Bilder anzusehen. Aus der Sicht der User Experience wird den Nutzer:innen somit eine Abwechslung im Contentmix geboten.

Wichtig ist es, Videos in einem gesunden Maß zu platzieren, das heißt, dort wo es sinnvoll und thematisch passend ist. Gemäß dem Motto „Content is King, but context is Queen“, denn mit der weiterentwickelten künstlichen Intelligenz MUM wird Google den gesamten Inhalt samt Videos, Text, Audios und Bildern in den Fokus rücken und Nutzer:innen passende Seiten als Suchergebnis vorschlagen. 

Bei der Verwendung von Videos ist die Keyword-Optimierung und somit die Pflege der Metadaten nicht außer Acht zu lassen. Die Metadaten sollten Google zu verstehen geben, um was es in dem Video geht. Wie oben bereits erwähnt, spielen auch das gesprochene Wort bzw. Audioinhalte bei MUM eine große Rolle. Es ist daher ratsam, das Hauptkeyword auf der Tonspur unterzubringen, damit die Suchmaschine versteht, für wen der Content relevant ist. 

Continuous scrolling – Mehr als 10 Ergebnisse auf Seite 1 bei Google

In der mobilen Suche bei Google ist es nun möglich, ohne Klick auf „Mehr ansehen“ weitere Suchergebnisse abzurufen und durch die Ergebnisse zu scrollen. Das Feature namens Continous Scrolling macht es möglich und wurde zunächst nur in den USA für englischsprachige Suchanfragen ausgerollt. Ein genaues Datum für den Roll-Out in Deutschland ist bisher noch nicht bekannt. 

Was ist der Unterschied zwischen Continous Scrolling und Infinite Scrolling?

Das Infinite Scrolling ist aus der Social Media Szene bekannt und wie der Name bereits verrät, handelt es sich hier um ein „unendliches Scrollen“. Dabei werden die Inhalte scheinbar endlos nachgeladen, sprich es werden automatisch weitere Inhalte angezeigt, sobald die Nutzer:innen am vermeintlichen Ende der Seite angelangt sind. Beim Continous Scrolling hingegen beschränken sich die Ergebnisse auf die ersten vier Suchergebnisseiten. Erst dann wird wie gewohnt ein Link zum Anzeigen weitere Suchergebnisse angeboten.

Welche Vorteile birgt das Feature Continous Scrolling?

Mit dem Continous Scrolling fällt der Klick auf „Mehr anzeigen“ weg. Das bedeutet, dass jetzt auch Suchergebnisse auf Platz 11 oder 12 bis hin zu den Ergebnissen auf der vierten Seite die Chance haben an Relevanz zu gewinnen. Das sind vor allem gute Nachrichten für die sogenannten „low hanging fruits“, also Webseiten, die sonst auf der zweiten Seite bei Google versteckt sind. 

Zugleich bedeutet es für die ersten Ränge, dass sie sich weiterhin auf die grundlegenden Optimierungen konzentrieren müssen. Der Fokus sollte nun stärker auf die Optimierung des Title Tag und der Meta Description gelegt werden, um somit mehr Klicks auf das Suchergebnis zu generieren. Welches Snippet ausgespielt wird, entscheidet aber Google nach wie vor selbst. 

Aus SEO-Sicht scheint diese Erneuerung durchaus interessant, da sich die bisherige Struktur der Top 10 grundlegend verändert und damit die Barriere zwischen den Suchergebnissen ein Stück weit entfällt. Wir dürfen darauf gespannt sein, wie das Feature sich auf Klicks und Impressionen auswirken wird. 

Passage Ranking – Google beantwortet die wichtigsten Fragen

Für Webseiten mit längeren Texten könnte es zukünftig interessant werden, denn der Suchmaschinengigant rollte im Februar 2021 das Update “Passage Ranking” testweise in den USA aus. 

Was bedeutet Passage Ranking und was steckt dahinter?

Passage Ranking bedeutet im Grunde genommen, dass vereinzelte Passagen aus einem längeren Text bei Google ranken können. Dabei kann die entsprechende Passage überall auf der betreffenden Seite stehen. Im Prinzip geht es also darum, besonders gute, allerdings versteckte Passagen aus einem Text hervorzuheben und diese ähnlich wie bei den Featured Snippets auf den Suchergebnisseiten darzustellen. 

Mit diesem Update scheint Google bei präzisen Suchanfragen Defizite beim Auffinden der Inhalte beseitigen zu wollen. 

Was ist der Unterschied zwischen Passage Ranking und Featured Snippets?

Featured Snippets ähneln auf den ersten Blick dem Passage Ranking, da hier ebenfalls Textpassagen hervorgehoben werden. Allerdings handelt es sich technologisch gesehen um zwei verschiedene Systeme.

Während bei den Featured Snippets den User:innen in der Google-Suche direkt eine Antwort auf eine Frage geliefert wird, stecken hinter dem Passage Ranking KI-Programme, die automatisiert eine komplette Webseite analysieren. Beim Passage Ranking kann ein Text für eine einzelne Passage für einen Suchbegriff ranken. 

Das Rad wird nicht neu erfunden – SEO Grundlagen bleiben das A & O

Wie aus den vorherigen Trends ganz klar hervorgeht: Die SEO-Grundlagen sind und bleiben der Hauptbestandteil jeder SEO-Strategie. Wer langfristig und nachhaltig erfolgreich Sichtbarkeit für die eigene Webseite aufbauen möchte, darf diese keinesfalls außer Acht lassen. 

5 Faktoren, die wichtig waren und bleiben:

  1. Ausrichtung der Suchintention der User:innen und demnach Ausrichtung auf der eigenen Webseite

    Die Suchintention ist die wichtigste Grundvoraussetzung jeder SEO Strategie und beschreibt die Absicht, mit der User:innen eine Suchanfrage tätigen. Diese Absicht interpretiert Google für jede Suchanfrage, um so das am besten passende Suchergebnis für Nutzer:innen auszuspielen. Sollte die Suchintention nicht getroffen werden, sind Rankings kaum möglich – ganz gleich wie gut sonst alles gemacht wird. 
  2. Systematische Abdeckung von Themen(-nischen)

    Um bei einer Suchanfrage die erste Anlaufstelle für eine Dienstleistung oder ein Produkt zu sein, sollten systematisch Themen abgedeckt werden. Mit der Erweiterung der Inhalte beziehungsweise Themen kann das Keywordset ausgebautwerden. Auf diese Weise vergrößert sich die Chance auf eine höhere Sichtbarkeit. 
  3. Weiterempfehlungen durch Aufbau von Backlinks

    Backlinks sind nach wie vor ein entscheidender Rankingfaktor, denn für Suchmaschinen wie Google, Bing & Co. ist das Backlinkprofil einer Webseite ein guter Indikator, um sie für das Ranking einstufen zu können. Wichtig ist hierbei ein natürlicher Aufbau der Backlinks. Es sollten daher ehrliche und thematisch passende Weiterempfehlungen aufgebaut werden. Vom Aufbau unnatürlicher Links in größerer Zahl innerhalb eines kurzen Zeitraums ist abzuraten, da Suchmaschinen einen unnatürlichen Backlinkaufbau schnell erkennen und die Webseite gegebenenfalls schlecht bewerten. 
  4.  Page Experience, Core Web Vitals – Fokus auf die User Experience 

    Ein weiterer, essenzieller Rankingfaktor ist die Page Experience samt Core Web Vitals. Der Fokus liegt hierbei auf die User Experience, denn das Nutzerverhalten beeinflusst die organische Suche erheblich. Um Nutzer:innen zu verstehen, ist eine regelmäßige Optimierung der Inhalte zwingend notwendig, sowohl auf der technischen Umgebung der Webseite als auch im Contentbereich. Dementsprechend kann sich eine Vernachlässigung der User Experience negativ auf die Sichtbarkeit der Webseite auswirken. 
  5. SEO als EIN wichtiger Bestandteil des gesamten Marketing-Mixes

    SEO ist kein Paralleluniversum und sollte als “ein” Bestandteil des Marketing-Mixes betrachtet werden, da es hier zu Wechselwirkungen kommen kann, die sich positiv auf die Sichtbarkeit auswirken können. SEO ist mit allen weiteren Marketingmaßnahmen verknüpft, daher ist der Aufbau weiterer Marketingkanäle wie beispielsweise Social Media oder YouTube empfehlenswert.

Eine ganzheitliche und nachhaltige SEO Strategie ist die Basis für die Erreichung Ihrer Online-Marketingziele.

Cindy Giang Ngoc
Jr.-SEO-Managerin

+49(0)911/148 789 0
info@xeomed.de


Quellen:

1 Tagesschau: Der steile Aufstieg von TikTok. URL: htttps://www.tagesschau.de/wirtschaft/tiktok-147.html (Stand: 05.05.2022)
2 Statista: Ranking der größten Social Networks und Messenger nach der Anzahl der Nutzer im Januar 2022. URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/181086/umfrage/die-weltweit-groessten-social-networks-nach-anzahl-der-user/ (Stand: 05.05.2022)
3 Zandt, Florian. YouTube ist Bewegtbild-Bester. In: Statista. URL: https://de.statista.com/infografik/25301/nutzung-von-videoplattformen-nach-generation/ (Stand: 05.05.2022)
4 Wagner, Adam. Are You Maximizing The Use Of Video In Your Content Marketing Strategy? In: Forbes. URL: https://www.forbes.com/sites/forbesagencycouncil/2017/05/15/are-you-maximizing-the-use-of-video-in-your-content-marketing-strategy/?sh=718ea9de3584 (Stand: 05.05.2022)